Hans-Peter Raddatz
Orientalist, Volkswirt, Systemtheoretiker.

"Der Dialog mit dem Islam wird umso mehr zur Hilfseinrichtung für den Islam, je unbeirrter der Dialog darin fortfährt, den Kampfcharakter dieser Religion durch die Fiktion von Toleranz und Friedfertigkeit zu verschleiern."

Buch
Von Gott zu Allah?

Aufsätze/Artikel
Islam, Demokratie, "Dialog" - das Panoptikum der sekundären Realitäten
Sind wir zu blauäugig? - dialogische Wunschwelt vs. islam. Wirklichkeit
Der Mythos vom toleranten Islam - literarische Fiktionen und polit. Wunschbilder
Islam. Terror und Demokratie - Hintergründe d. islam. "Integration"
Dialog mit Saladin - Lessings Nathan als Toleranz-Ikone
Wer beleidigt Allah? - z.B. Religionssatire
Islam, Frau, Teufel - zu einem westl. Mißverständnis

11. September
Interview | Artikel

------------------

 

Texte über Ahmadiyya

"Hurra, wir bekommen eine Moschee und wollen gar keine!"

interreligiöser "Dialog"

"Die gesellschaftlich Verantwortlichen fordern die ständige Verinnerlichung von Toleranz, ohne allerdings gleichzeitig mitzuteilen, aufgrund welchen konkreten Interesses die aufnehmende Bevölkerung die islamische Zuwanderung fördern sollte. Es fehlt die Information, womit ein solches Interesse zu begründen wäre und auf welcher Art von Identität die neue Toleranz aufzubauen hätte."

aus: Hans-Peter Raddatz: "Von Gott zu Allah?", S. 19

 

"Europa ist dabei, sich völlig mißbrauchen zu lassen im Namen der Toleranz und des Dialoges. Man erlebt eine langsame Infiltrierung der Strukturen ... Ich bin ebenso für eine Öffnung zum Fremden wie ich die Integration von Strömungen zurückweise, die die Demokratie ins Wanken bringen und universelle Werte in Frage stellen, um ein regressives und obskurantistisches Weltbild durchzusetzen, das vierzehn Jahrhunderte hinter der Zeit ist".

Henri Boulad, in Ägypten geborener und aufgewachsener Jesuitenpater in einem Gespräch mit der Schweizer Zeitung Le Courrier (3.11.96). Der langjährige Leiter von "Caritas Ägypten" zeigte in dem Gespräch auf, wie sehr die Christen in der arabischen Welt diskriminiert werden und wie der Islam aus Angst vor dem Christentum diesem alle Rechte verweigert, die er für sich in den christlichen Ländern "selbstverständlich" in Anspruch nimmt.

 

------------------
Faktenabwehr und Denkverzicht sind die "ultimativen Waffen der Ignoranz" gegen die Durchsetzungsmacht von Wahrheit und Vernunft.
------------------

 

Die Frauen-Emanzipation ist das existentielle Bedrohungspotential schlechthin für den Islam.
s.a. Der Islam, die Frau und der Teufel

 

------------------
GG Artikel 20:
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
...
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
------------------

Bibel | Grundgesetz | Koran

 

 

 

------------------
Laxe Begrifflichkeit und doppelte Standards sind das geistige Gift, das die Auseinandersetzung mit dem Islam z.Zt. noch in Deutschland zur Farce macht. Für einen zukunftsoffenen Dialog müssen Nachdenklichkeit wie Einsicht auf beiden Seiten wachsen. Toleranz kann keine Einbahnstrasse sein.
------------------

 

 

 

 

 

 

Ulrich Woronowicz
Superintendent i. R.

Der Islam und das wertezertrümmerte christliche Abendland
 

Rezension des Buches von Hans-Peter Raddatz  „Von Gott zu Allah?", Herbig München 2001, DM 69.80

Freiheit braucht Ordnung | Alarmruf | Unfreiheit beginnt mit Denkverboten | ohne Trinitätslehre kein Christentum | religiöser Totalitarismus läßt keinen Raum für Dialoge | Heiligkeitstotalitarismus knebelt Vernunft | christliches Mittelalter | viele Köche für Multikulti-Brei | starker Islam - schwacher Okzident | Fortschritt als Rückfall in Steinzeit | Ko-Index zum Buch
 

Freiheit braucht systemische Ordnung
Alles Leben ist wertesystemisch geordnet. Wenn Wertesysteme zerfallen oder  zertrümmert werden, dann bleiben ihre Einzelteile  nicht lange unberührt liegen. Andere, stärkere Dominanzwerte sammeln sie auf, vernichten jene Teile an ihnen, die sie nicht brauchen können, entkleiden sie ihres ursprünglichen Geltungs- und -Machtanspruches und inkorporieren den Rest in ihrem eigenen System. Immer erhalten die Trümmer aber einen dienenden, oft einen sklavenähnlichen Status.   Die Grundmauern der alten Heiligtümer sind in der Regel die Fundamente für die Tempel der neuen Herren. [zurück]

Ein Alarmruf
Mit dem Titel „von Gott zu Allah?" will der Autor aufgrund seiner sachkundig begründeten Beobachtungen uns alle alarmieren. Nicht emotional -hysterisch, nicht pseudo-prophetenhaft und persönlich geltungheischend-überheblich, sondern messerscharf und nüchtern-intellektuell sagt er  zu uns: die politischen und kirchlichen, die wissenschaftlichen „Kader" und die meinungsführenden Medienmanipulierer Deutschlands sind durch die Vorherrschaft einer  Multi-Kulti-Ideologie soweit heruntergekommen, daß sie alle Werte, die wir haben, auf dem Altar eines neuen  Götzen opfern. Wenn sie „Dialog" sagen, dann meinen sie das Verwischen, das Einebnen und Glattkitschen von unvereinbaren Gegensätzen. Wenn sie „Frieden" sagen, dann sollen wir die Rechtsbrüche, die ungerechtfertigten Machtansprüche Fremder gar nicht erwähnen, oder wenn es dann unvermeidlich ist, sollen wir keinerlei Konsequenzen daraus ziehen dürfen.  Schon das wäre „kalter Krieg", „Extremismus", Fundamentalismus", „Rassimus" Faschismus", und das muß verschwiegen, ausgegrenzt, im Bedarfsfall verfolgt werden.  Daraus ergibt sich, daß jeder „Dilalog" zwar den Schein des Demokratischen unbedingt haben und immer neu erhalten muß - aber er muß unter dem Vorzeichen des unverbindlichen Geschwätzes, der Talks-Show- Mentalität stehen bleiben. Es dürfen Fälle aller Art, auch mit Empörung, zitiert werden, aber sie müssen als  Einzelfälle, als besondere Vorgänge, als personenbezogene Phänomene „fallisoliert"  bleiben. Niemals dürfen sie als Merkmale für ein größeres Ganzes, für das  Typische eines Systems angesehen werden, zumindest dann nicht, wenn es sich um das zu privilegierende System handelt. [zurück]
 

Unfreiheit beginnt mit Denkverboten
Anders gesagt: Wahrnehmungen ohne vorgeschriebene Brille werden heute nicht anerkannt, nicht für  Veröffentlichungen abgenommen.
Genau diesen Zwang will der Autor entrinnen. Er begründet, er arbeitet hervorragend sprachschöpferisch, so gut, daß ich in einem Anhang einen ersten Ko-Index von Begriffen mitliefere, denn hier werden uns Werkzeuge zugereicht, die uns hellsichtig machen, und die es uns ermöglichen, komplizierte Tatbestände schnell zu erfassen und zu transportieren. Mit systemtheoretischem Denken führt er seine Leser durch   weite Geschichtsabschnitte und zeigt uns, warum wir in unserer Gegenwart   vulkanisch entstandene Gebirge und Gesteinsschichten in Form von erstarrten Religionen und Ideologien finden, die man nur übersteigen oder umgehen, nicht aber verändern oder gar beseitigen kann.

Beim Durchschreiten der Geschichte bedient er sich des Bewegungsprinzips von  Vierbeinern, z. B.  von Pferden: gleichzeitig rechte Hinterhand und linkes Vorderbein vor, und dann linke Hinterhand und rechtes Vorderbein vor.

In Teil 1 z. B. : „Geist der Christen" und „Kirche und Staat" und dem gegenüber „der Verkünder" und „der Koran".

Die gewaltige „kulturelle Wirkmacht"    im griechisch-römischen  Macht- und Kulturkreis einer ursprünglichen spätjüdischen, völlig unbekannten Sekte in Gestalt des jungen Christentums  war das Ergebnis einer neuen Theologie. Diese  ermöglichte durch die Lehre von der Dreieinigkeit  eine überzeugende Lebensordnung für alle.  Mit dem  1. Artikel wurde  eine strenge Autorität als Meta-Ebene gesetzt. Sie erhielt ihren glaubwürdigen Zugang durch den 2. Artikel. In ihm begegnete dem Menschen göttliche Autorität als Offenbarung, zugleich auch die unbestechliche Wahrheit über den Menschen selbst als zu stark ichzentriert - und mit der Erkenntnis dieser Wirklichkeit sofort die Erlösung von ihr durch die Annahme der Vergebung, die durch den Kreuzestod Christi bewirkt wurde.   Im dritten Artikel wurde eine tiefe Geborgenheit gegen die Macht des Todes verbunden mit einer letztlich nicht faßbaren, aber glaubbaren Einwirkung Gottes als Heiliger Geist, der immer neu moralische Veränderung möglich machte.
Der theologische Laie der Orientalist und Volkswirt versteht und erkennt die gewaltige Bedeutung der Trinitätslehre  besser als sehr viele Fachtheologen, Priester und Pfarrer, und er hält konsequent an dieser schon am Eingang seines Buches vorgestellter Position eisern fest. „Jesus als menschgewordener Logos, als geschichtliche Weisheit Gottes, war Ursprung und Ziel der inneren Ordnung des Menschen, Mittler seines Bewußtseins zwischen Welt und Gott in der Ausrichtung auf die Erlösung, umgriffen von der glaubensspendenden Gnade des Heiligen Geistes"  .

Stellen wir dieser so treffenden Kurzfassung des Christentums den Schrittgegenzug des Autors dar, der den 600 Jahre später entstehenden Islam erfaßt. Der Monotheismus des „Muhammad"  ist absolut autoritär. Die Undiskutierbarkeit dieser Religion beginnt schon bei der Hochstellung des Koran: „Nach islamischem Verständnis stellt der Koran das unerschaffene, seit ewig bereits vor der Schöpfung der Welt auf einer >Tafel vom Himmel< existente Wort Allahs dar, das Muhammad als dem auserwählten, allerdings schriftunkundigen Verkünder übermittelt wurde, um es fortan durch fortlaufende Rezitation im Gedächtnis der Menschen festzuschreiben". [zurück]

Ohne Trinitätslehre gibt es kein Christentum
Man beachte, daß hier der vom Islam so herabgewürdigten christlichen Trinitätslehre zwei starre, meta-ebnische Elemente, der Koran und der Prophet, in die gleiche Rangebene, die göttlicher, unbezweifelbarer, aber auch unansprechbarer Transzendenz, also auf die Ebene einer auch durch persönliche Gebete nicht mehr erreichbaren Überzeitlichkeit gehoben werden. Das aber kann nur eine völlige und bedingungslose Unterwerfung der Gläubigen unter die religiösen Autoritäten zur Folge haben. Ethische Verfehlungen und gute Taten werden am jüngsten Gericht
gegeneinander abgewogen, aber eine Heilsgewißheit wie im Christentum gibt es nicht. Von daher bleibt  die Furcht vor der Verdammnis ein bestimmender Faktor des Muslim. Er kann dem Zorn Allahs nur dadurch entrinnen, daß er immer neu durch praktischen Ritenvollzug und durch die „klare Abgrenzung gegen Andersgläubige"    sich vor dem Zorn Allahs" schützt. [zurück]

Religiöser Totalitarismus läßt keinen Raum für Dialoge
Was bleibt da noch übrig für einen „interreligiösen Dialog?"  Gar nichts, es sei denn, man könnte beweisen, daß diese hier genannten  Ausgangspositionen vom Autor nicht genau, korrekt und sachentsprechend vorgestellt worden sind. Dieser Beweis aber ist nicht möglich, denn Raddatz entfaltet die „Grundlagen des islamischen Systems"  auf 37 Seiten, und die sich daraus ergebenden Konsequenzen im Kapitel „die Machtstrukturen des klassischen Islam" auf 24 Seiten, die Abwehr aller Einflüsse durch eine islamische Art der Aufklärung, die es auch einmal gegeben hat auf gut 20 Seiten.

Ich wende mich dem Thema - Harmonisierung von Christentum und Islam -  nun hier darum zu,  weil ja immer erneut behauptet wird, daß es auch einen  im westlichen Sinne humanen Islam gegeben hat.
Vorab aber sei einmal darauf aufmerksam gemacht, daß Raddatz durch sein systemtheoretisches Denken im Blick auf den Gegensatz von Christentum und Islam zu einem weiterführenden Denken über den Gegensatz von Religion und Vernunft überhaupt anregt. Ungezählt sind Schriften von christlichen Theologen und Philosophen über dieses Thema. Es gehört, auf welcher Seite immer man steht, zu den interessantesten Themen überhaupt. Aber es wird nicht  oder viel zu wenig gesehen, daß auch Ideologien,  Konfessionen oder Sekten, die sich von ihrem Hauptsystem feindlich abgekehrt haben,  ja, alle autoritätsbedürftigen Institutionen, schnell zu Feinden der Vernunft werden, wenn diese ihre Autorität anzweifelt. Es handelt sich also, und darauf kommt es mir hier an, nicht um ein begrenztes Problem, das nur dem doch begrenzt bleibenden Gegensatz von Glaube und Wissen zugeordnet werden kann, sondern es handelt sich um ein grundlegendes Problem aller Wertesysteme überhaupt, denn alle, wirklich alle, sind darauf angewiesen, daß ihre Fundamente  irgendwann unbezweifelbar und immun gegen jeden  Wandel der Zeit, der ihren Bestand gefährdet,  festgeklopft werden. Wenn man  von  d i e s e m Standpunkt ausgeht, dann wird die Frage interessant, wann und um welchen Preis das geschieht, und da ist der Vergleich zwischen den christlich geprägten Kulturen, nicht nur die im christlichen Abendland, und jenen Völkern, die der Islam beherrscht,  wichtig für die Bewertung der uns jeweils bestimmenden Lebensordnungen. [zurück]

Heiligkeitstotalitarismus knebelt die Vernunft
Vernunft als kritische Instanz gegen den Glauben wird eh niemals  zugelassen. Sie muß sich daran genügen lassen, die innersystemischen Funktionen durch Beweise zu stärken, und sie bleibt dennoch der Ketzerei verdächtig, denn  diese Beschränkung  mag Vernunft nun einmal nicht. Sie stellt bohrende Fragen. Sie will sich z. B.  die Behauptung, daß der Koran „unerschaffene Offenbarung" ist nicht akzeptieren.   Der Perser Djahm fand sich z. B. damit nicht ab. Auch ein gewisser „Ghaylan al-Dimashi (gest. 742) übernahm diese ketzerische Sicht  - und  wurde dafür gekreuzigt .
Raddatz gibt Einblicke in den verzweifelten Kampf der „islamischen Philosophie"   um die Eigengesetzlichkeit der Natur, in der der selbständig denkende und handelnde Mensch einen angemessenen Platz haben kann. So schwer ist das nicht zu verstehen, denn wenn die Dogmatik alles, aber auch alles direkt als von Allah bewirkt sein läßt, dann ist der Mensch, der da selbständig in der Schöpfung herumfuhrwerkt des gottwidrigen Eigensinns schon sehr verdächtig, und es ist wohl nicht schwer, von diesem Ausgangswert aus eine punktierte Linie zu einem Menschen zu ziehen, der nicht unternehmensfreudig sein kann, während das eine Theologie,  wie z. B. die christliche, diese Fesseln nicht anlegt, oder, vorsichtig gesagt, sie niemals total werden läßt.  Doch vor christlicher Überheblichkeit ist zu warnen, denn die evangelische Theologie kennt diesen Streit unter uns auch. Helmut Thielicke und Karl Barth lagen z. B. in hartem Konflikt um die Frage nach der „Freiheit der Vernunft gegenüber der Welt" , und auch er hat  gegenüber der Barthischen Orthodoxie verloren, denn diese griff und greift immer erneut im Namen Gottes direkt in die Eigengesetzlichkeit der besser von Fachleuten zu beurteilen und zu lenkenden Handlungsfelder ein. Es ging los mit dem Kampf gegen die Wiederaufrüstung, gegen die Atombewaffnung, später dann gegen die Atomkraft überhaupt.  Heute wird diese Art von christlichem Glauben bei Roten, Grünen und Grün-Roten täglich in recht problematischer Weise umgesetzt. Thielicke konnte nicht gekreuzigt werden, aber er wurde und wird durch Totschweigen vollständig eliminiert. Man durfte ihn z. B. nicht mehr zitieren. Das ist die Form der Ketzerverfolgung in einem System, das für sich die Begriffe „Freiheit der Forschung", „Demokratie" und „Rechtsstaatlichkeit" als Demo-Tafeln ständig vor sich her trägt.
Ähnliche Systeme bringen nach dem Prinzip der eigengesetzlichen Verstärkung ähnliche Formen der Unterdrückung hervor. Einsichten wie die, die uns Raddatz vermittelt, haben darum eine große Bedeutung für den Umgang mit tabuisierten, in die politicall Correktness gehobenen Dogmen, an denen ein Land schnell zugrunde gehen kann, denn die Folgen von vernunftfeindlichen Dogmen sind in der Regel ein hohes Maß an ökonomischer Mißwirtschaft, der sich eine zuerst erzwungene, dann gern angenommene Trägheit und Verantwortungslosigkeit zugesellt. Allah, Gott, oder heute der alles an sich ziehende Staat - das sind dann die Träger und die Verantwortlichen für alles, für das Gute und das Schlechte. Der Bürger trägt das, duldet das, schneidet sich heimlich und gesetzwidrig da und dort ein größeres Stück vom Kuchen als ihm eigentlich zusteht ab und verschwindet wie ein Tier  mit seiner Beute in seinem Loch. Wir müssen es lernen, den Zusammenhang von Theologie und Ökonomie zu verstehen. Er war in der Geschichte wirksam, er ist es genau so auch heute. [zurück]

Entfaltung der  Differenzierung, nicht wachsender Zentralismus ist das Geheimnis allen Fortschrittes
Im Kapitel „Christentum im Mittelalter" widerspricht der Autor der weitverbreiteten Meinung vom „finsteren Mittelalter". Das stimmt darum nicht, weil sich gerade in dieser Zeit ein spannungsvolles Gegenüber von Kirche und Staat entwickelte. Aufgebrochen wurde dadurch schon  „zwischen dem 10. und dem 14. Jahrhundert" eine angeblich einheitliche und unbewegliche Gesellschaftsordnung in Struktur, Glaube und Weltanschauung: „Der innere Trennungsprozeß zwischen kirchlichem und weltlichem Herrschaftsbereich bewirkte in beiden Verstärkungs- und Abgrenzungstendenzen, die sich in langfristigen Umstrukturierungen der Gesellschaft niederschlugen"  .    Kloster- und Ordensbewegungen machten die Kirche kirchlicher und das Königtum,  der Adel, und die Städte wurden ein Stück weit weltlicher.

An dieser Stelle sei kritisch vermerkt, daß alle sehr weiträumigen Zusammenfassungen von geschichtlichen Ereignissen ständig dadurch stark relativiert oder gar aufgehoben werden können, daß man auf Vorgänge hinweist, die zu der jeweils festgestellten Grundtendenz deutlich im Widerspruch stehen. Das ist in unserem Text  z. B. der Fall bei der Bewertung der Reformation. Sie differenziert die „Kirchemacht" nicht mehr, sondern durch die Reformation wird eine nicht mehr heilbare Spaltung des gesamten corpus christianum eingeleitet: „Indem jeder nur sich selbst verkörperte, waren die Weichen  nicht nur in Richtung einer grundsätzlichen Auflösung der kirchlichen Einheit, sondern zugunsten einer prinzipiellen Zersplitterung gestellt, wie sie für den späteren Protestantismus so kennzeichnend geworden ist. Aus der Rebellion gegen die monolithische Autorität der Kirche und ihren Machtmißbrauch ging ein im Grunde unbeschränkter, religiöser Individualismus hervor, der nicht nur eine Vielzahl von Sekten inkl. Den Religionspluralismus, sondern auch einen generellen Skeptizismus gegenüber jedwedem religiösen Anspruch bis hin zum völligen Glaubensverlust beinhaltet" .

War diese Spaltung schon fundamental, als irreparabel und für ewig trennend,  oder war sie begrenzt, so, daß sie durch die Bemühungen der Oekumene doch noch zu heilen wäre?
Standen wir schon damals vor der Zertrümmerung des christlichen Abendlandes?
Der Autor wird sich  wohl dann richtig verstanden wissen, wenn man sagt, daß nur dann eine  vollständige Zertrümmerung erfolgt, wenn man  ein gänzlich neues System anbietet, in das dann alle bisherigen Teile in relativierter Form hineingestopft werden. Das nämlich macht die Vollendung der Spaltung zu einer Zertrümmerung systemisch notwendig. [zurück]
 

Damit sind wir bei dem eigentlichen Kernthema des Buches: der  Zertrümmerung des christlichen Abendlandes, genauer bei dessen Anfang.  Anschaulich schildert der Autor, daß das heute von allen Seiten gleichzeitig erfolgt, auch, sicher zum Erstaunen vieler, durch die  katholische Kirche. Die evangelischen Kirchen sind ja schon seit längerem auf dem Kriegspfad gegen alles Althergebrachte. Unter der Flagge ihrer  angeblichen Fortschrittlichkeit machen sie alles nieder, was ihnen zu alt zu sein scheint.  Dieser umfassenden Wertezerstörung  soll dann die Verwirklichung eines Weltheilkonzeptes folgen, das alle konfliktträchtigen Trennungslinien aufhebt und ewigen Frieden, Heil und Wohl für alle mit sich bringen soll. [zurück]

Viele Köche für einen Brei
Im Bild gesprochen haben sich alle kirchlichen, säkular-philosophischen und meinungsführungsmächtigen  Kräfte zu eine neuen Blockpartei  zusammengeschlossen. Sie stehen als Köche mit recht unterschiedlichen Löffeln und Hauben vor einem riesengroßen Kessel und fordern sich gegenseitig auf, um des Weltfriedens und der Welteinheit willen, ihre jeweiligen Nationalgerichte ohne Abstriche in den Kessel zu schütten.  Ihre Kochkunst, ihr erlerntes Handwerk sollen sie dabei völlig vergessen. Das hindert nur, das baut nur neue Spaltungen auf. Besser ist es, wenn sie sich  zu einem Weltchor verbinden und  dabei, jeder in seiner Sprache, singen, was keiner versteht - aber man ist zusammen,  und ein neuer, undefinierter Glauben nicht das Wissen, soll so stark werden, daß diese Suppe allen, aber auch allen gleichermaßen schmecken wird. Hipp-Hopp- Kantoren sollen langsam die Theologen auf die hinteren Bänke drücken. Singen und dabei Rocken ist besser als denken.
Der schwammige Begriff der „Spiritualität" verhindert jeden kritischen Einwand. Gemeint ist mit ihm die Heiligsprechung von Emotion gegen die Vernunft, indem sie zum unabtrennbaren Teil   des Heiligen Geistes erhoben wird.  Der Tourismus-Papst, der auf der Rückseite des Buchumschlags den Koran küßt, soll allen zeigen, daß das Christentum tatsächlich auch mit seinen Widersachern eines Tages die Weltvollsuppe, in der die Fleischstücke , die man Humanität, Menschenwürde, Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit schwimmen, anstandslos mit uns auslöffeln wird. Daß bei jeder Suppe, besonders bei einer so großen, immer im Kessel nach den jeweils besten Stücken gefischt wird, und das diejenigen, die den längsten Löffel haben, auch die besten Stücke abkriegen, während der Rest der Welt sich mit der  dünnen Brühe zufrieden geben muß, davon wird nicht gesprochen.

Mit nur zu großem Recht zieht der Autor eine gerechte und erträgliche Verwirklichung dieses Konzeptes in Zweifel. Aber der Geist der Zeit, der „mainstream" unserer Medienwelt, geht stark in diese Richtung, und sie ist nur zu gehen, wenn geistige Impotenz zur vorherrschenden Macht auf allen Ebenen wird. Raddatz bietet dafür etliche Begriffe an, die im Anhang  als Ko-Index von mir gesammelt worden sind. [zurück]


 
 

Der Starke ist am mächtigsten allein
Zu den Starken gehört der Islam, und er wird mehr und mehr löffeln und bestimmen, wer was bekommt, und noch mehr: wer woran, wie intensiv zu glauben hat.

Unsere Schwäche wird  gefördert durch den Abbau der gesellschaftlichen Bestimmungskraft unserer geistigen Fähigkeiten. Wohlgemerkt, sie sind nach  Meinung des Autors, der ich zustimme, noch da, aber sie sind nicht da, wo sie sein müßten. Die Übertreibung der Gleichheitsideologie hat zu einer  gesamtgesellschaftlichen Demenz geführt: „Was als Ruf nach Freiheit, Gleichheit und Menschenrecht begann, wird nun als unentrinnbarer Zwang zur Gleichheit im Abbau des Geistes erkennbar, der sich auf dem Weg zur arbeits- freizeit- und spaßzentrierten Massengesellschaft im graduellen Verschwinden von Glaube, Wissen, Herkunft und Würde vollzieht".

Mit dem Begriff „Übertreibung" sind wir schon bei der Antwort auf die von mir gestellte Frage nach der Auflösung des Widerspruches zwischen einem einmal zu bejahenden Differenzierungsprozeß und zum anderen mit der Verneinung einer Dezentralisierung, die zu einer chaotischen Zersplitterung führt. Hier gilt ganz einfach: Alles möchte zu seiner Zeit geschehen, alles gehört auf seinen Platz, der dann allerdings auch seine Grenze nach allen Seiten haben muß, aber die heute befürwortete und erwünschte totale Entgrenzung, das ist das Hauptübel, und ich denke, daß ich damit auch im Sinne des Autors, sicher zu kurz, aber doch ihn verstehend und für alle noch gerade verständlich geantwortet habe.

„Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gerne in langen Kleidern (Roben) gehen"  (Mark. 12,38)

Kritiker werfen Raddatz vor, daß er als Nichttheologe unsachliche Kritik, besonders an der katholischen Kirche, geübt hat. Ich hatte eingangs schon gesagt, daß er als Laie die Dinge richtig gesehen hat.
Ich bleibe dabei: er hat sie richtig gesehen. Im Raum der Evangelischen Kirche gibt es in Bensheim ein „Konfessionskundliches Institut", das sich sehr fachspezifisch und gründlich ständig besonders mit Katholika-Fragen auseinandersetzt. Ich war während meiner Amtszeit zeitweilig auch Vorsitzender dieses Werkes in Berlin-Brandenburg und habe von daher noch den Zugang,  besonders zu dem „Materialdienst" dieses Werkes.
Als Beispiel verweise ich auf einen Artikel von Privatdozent Dr. Reinhold Bernbach, Heidelberg .
Ich bleibe bei meinem Bild von den Köchen, die am großen Multi-Kulti-Weltkessel stehen.  Natürlich haben sie die Frage: wenn wir alles was wir haben, dort mit hineintun - was bleibt dann von unserer Suppe übrig? Behalten wir dann noch unsere Identität? Lösen wir   damit nicht  u n s e r e  Suppe und damit am Ende auch uns selbst als die Köche auf?  Auf diese Frage gibt Bernbach, natürlich in der Fachsprache der Theologie, die ich hier übersetzen muß,  Antwort.
Er fragt, wie der Heilsalleinvertretungsanspruch des Christentums    in einer Theologie der Religionen" aufrecht erhalten werden kann.  Es kann hier nur auf ein
Argument eingegangen werden, das dem Autor „Von Gott zu Allah?"  Recht gibt. „Es kann in einer >Theologie der Religionen< nicht und niemals darum gehen, theologische Lehrstücke in vorauseilender Unterwürfigkeit den vermeintlichen Erfordernissen des interreligiösen Dialogs anzupassen". Es dürfen also von den christlichen Köchen nicht jene Stücke aus ihren Zutaten geschnitten werden, die für andere nicht verdaulich sind. Wenn das geschieht, dann geben sie sich selbst auf und verletzen ihr Amt - und genau von dieser Grenzüberschreitung spricht Raddatz und weist auf die dann nicht mehr vermeidbaren Folgen der Selbstzerstörung hin Das  ist schon von daher nicht möglich, weil die anderen Köche, insbesondere die des Islam, überhaupt nicht daran denken, auch nur ein winziges Stück von ihrem Part aufzugeben. Auf diese Ungleichheit hebt er ab, wenn er darauf hinweist, daß die Evangelischen Kirchen nach wie vor dazu schweigen, daß Christen weltweit vom Islam in deren Ländern verfolgt werden.
Nicht mit unserer Verfassung und mit unseren Gesetzen kompatibel ist die shari'a als unmittelbar geltendes Gesetz, besonders in der Frauenfrage. Eine klare Regelung bietet er an für die Frage nach der Zulassung des Muezim-Rufes von den bei uns schnell entstehenden Moscheen,. Das sind nur einige wenige Beispiele dafür, daß wir  mit diesem Buch ein gutes Nachschlagewerk für alle praktischen uns heute beschäftigenden Fragen haben. Der Index dafür muß allerdings noch erheblich nachgebessert werden. [zurück]
 
 

Fortschritt heute ist in Wahrheit Rückfall in die Steinzeit
Im Kapitel „Die Chancen des Islam -Strukturen globaler Fremdorientierung" (S. 408ff) gelingt es Raddatz durch die Anwendung systemtheoretischer Denkwerkzeuge der Aufriß einer historischen Spirale des Abendlandes, in der das Ende sich in tragischer Weise bumerangartig seinem Ausgangsstadium annähert.  Das kommt zustande durch den Wechsel der Leit- oder Dominanzwerte. Durch den Vergleich mit dem Islam gelingt es dem Autor, den christlich geprägten Kulturkreis  und die vom Islam bestimmten Regionen in ihrer charakteristischen Gegensätzlichkeit griffig zu beschreiben.
Gegensatzpaar Nr. 1: Fast gleicher religiös tabuisierter, imperialer  Ausgangsleitwert in Form der Verbindung von Thron und Altar, aber im Islam total versteinert, dagegen im Westen schon Differenzierungsmöglichkeit durch Bündnis von Glauben und Philosophie  im Keim angelegt.

Nr. 2  Wert Wissenschaftlichkeit, Liebe zur Wahrheit kann sich im Westen langsam auf den Platz des ersten Leitwertes vorarbeiten. Zwei Unterstadien werden dabei erreicht: Befreiung des Einzelnen vom Gegenleistungszwang für Sünden durch gute Werke, Befreiungsleistung der Reformation, 2. Voranschreiten der Aufklärung mit Höhepunkt in der Französischen Revolution.

Stadium Nr. 3: Dann kommt es zur Übersteigerung der antireligiösen und wissenchaftsbetonten  Fortschrittsideologie zu einer hinter dem Begriff der postmoderneversteckten Neureligion, zu einer „Heilsutopie des postmodernen Wandels, welche die letzte Erlösung  in der >Einheitsmenschheit< erkennt, einem vom Menschen selbst im Zeitrafferverfahren anzustrebenden prinzipiellen Ziels, das in der Verschmelzung aller Religionen, Kulturen und Ethnien in Frieden, Freiheit, Gleichheit und Wohlstand besteht. Dieser Prozeß erzeugt Machtkonzentrationen bei neuen Eliten, die sich auf Basis undemokratisch beanspruchter Legitimation wachsende Privilegien aneignen. Dabei übernehmen  volkspädagogische >Dialoge< der Interreligion, Multikultur und des Globalethos die Rolle einer quasi-religiösen, alternativlosen Idealkonzepts, dessen Einübung die in gleichem Zuge zu entmündigende und uniformierende Masse einer heilsbringenden, profan erlösenden Zukunft entgegen führt" (406) So endet die Demokratie über eine bürokratische, gesichtslos gewordene europäische und dann globalistische Demokratur in einer geistlosen, dann alles Geistige Verfolgenden Diktatur - womit wir in der Nähe  der Ausgangsposition wären, die zweitausend Jahre zurückliegt. Durch zu großen Weltverbeserungseifer ist alles in sein Gegenteil umgekippt, und wir fleißigen Deutschen  stehen dabei natürlich wieder an der Spitze dieser Entwicklung, gemäß einer der von uns in der DDR persiflierten 1. Mai-Parolen: heute stehen wir am Abgrund.  Morgen sind wir schon einen Schritt weiter. Im Krieg hieß das: Vorwärts Kameraden, es geht zurück.

Zu denen, die in diesem konturenlos machendem  Sumpf Massenhochzeit feiern, gehören nun auch die moralverschuldeten Erben des christlichen Abendlandes. Sie bitten u. a. auch den Islam um seine Hand, obwohl hier ein Lamm einen Wolf um die Heirat bittet, denn beide Systeme sind nicht miteinander kompatibel. Nur Dummheit, gepaart mit Machtgier bekommt es fertig, solche Anträge zu stellen, getreu der Devise: Macht braucht Dummheit, Großmacht braucht Massenverblödung.

In seinem nur zu berechtigten Zorn über diese „Entwicklung", die in Wahrheit eine Verwicklung mit selbsterdrosselnder Wirkung ist, kommt Raddatz zu immer neuen Beschreibungen dessen, was Dummheit ist und bewirkt,  z. B. : „Sachliche Erkenntnisverengung". Für den gebräuchlichen Begriff „Populismus" setzt er  „volkspädagogische Dialoge" ein. „Ideologie, die sich rationaler Betrachtung entzieht" ist Dummheit. (408/409). Das gilt auch für die alle Zweifel nicht zulassende „dialogische Gedankenfabrikation". Wie stark  inzwischen sich die kirchlichen Eliten mit den globalistischen verbündet und verbündelt haben, und damit die Trennung von Kirche und Staat praktisch längst hinter sich gelassen haben, drückt der Autor mit  Begriffen wie „ polit-kirchliche Elite mit enormer interkultureller Propaganda" aus. (S. 410) Sie gehört zur „kommenden Globalelite der selbsternannten Führung eines interreligiös-multikulturellen Menschheitsprojekts." (410) Sie haben „die Pflicht, (ihr) Herrschaftswissen in Programmen der verordneten Toleranz und interkulturell kanalisierten Entmündigung den ihnen anvertrauten einzupflanzen".  (410) Besonders schlimm liegt in der Konsequenz  dieser Entwicklung ein „utopischer Heilszwang", der „Terrorfähigkeit" fördert, die mit „politischer Diskriminierung" beginnt und mit der Aufhebung bisheriger, bewährter Rechtsordnungen zugunsten  einer „umfassenden Modifikation des staatlichen Rechtslebens" endet. (410)   Die Entwicklungsschritte der  populistisch-primitiven, dennoch mit einem Welt-Ethik-Anspruch ausgezeichneten Etikett -  seid nett zu allen, dann -  seid besonders nett zu Ausländern -  dann ihr müßt vor allem nett zu Ausländern" sein,   führen am Ende zu „der Verhaltenskonditionierung zur bedingungslosen Akzeptanz dieser Kulturen. Aus einer offenen Gesellschaftsdynamilk der demokratischen Kompromißsuche wird eine geschlossene Gesellschaft unter den Steuerimpulsen einer fremdbestimmten Massenideologie. Die pluralistische Differenzierung der westlichen Gesellschaft wird unter dem elitären Diktat der Interkultur in eine Plus/Minus- Dialektik der Fremdorientierung gezwungen". (411) (Weiteres dazu - siehe Ko-Index)

Raddatz macht klar, wo wir bei der Frage der Ordnung der Zuwanderung von Ausländern anfangen  müssen: nicht beim Problem, sondern bei denen, die es durch ihren Politschwachsinn seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland erzeugt haben. Das Ausländerproblem ist ein Inländerproblem, und zwar die Frage nach der intellektuellen und sachlichen Berechtigung der Meinungsführerschaft  jener, die sich selbst auf diesen Gebieten gegenseitig zu Führern der Nation erhoben haben.

Dieser entscheidenden Frage muß sich nunmehr Deutschland stellen. Darum gebührt diesem Buch höchste Aufmerksamkeit, denn es ist eine bedeutsame Gesamtkritik an unserer gegenwärtigen Gesellschaft, die anhand eines brennend aktuellen Beispiels, der Frage nach dem Umgang mit Fremdkulturen, vom Autor  gestellt wird. [zurück]

 
Anfang und Entwurf eines Ko-Indexes in lexikaler Form

Begriffe für Dummheit
Als Literatur zum Thema verweise ich auf Istvan Rath-Vegh „Aus der Geschichte der Dummheit" Kiepenheuer- Verlag, Leipzig und Weimar- Parkland Verlag, Stuttgart 1985 und Alfred Zänker „Die vielen Gesichter der  Dummheit werden wir durch Schaden klug? Mut Nr. 391 März 2000 S 22-34)

Dummheit
„Herausbildung kollektiver Meinungsnormen" (15)

„Die eingefahrenen >Konzepte< der interreligiösen und multikulturellen Dialogvertreter in Kirchen und Parteien haben in jahrelanger Praxis ein reflexhaftes Denk- und Verhaltensschema erzeugt, das der Öffentlichkeit in auffallender Eintönigkeit  immer wieder gleiche Szenarien islamischen Wohlverhaltens präsentiert." (15)

„Versuche der kritischen Analyse werden in dieser Wahrnehmung in der Regel mit Begriffen wie >Friedensstörung< oder >Polarisierung< belegt, womit eine nachhaltige, gesellschaftliche Stigmatisierung erreicht werden soll.

„Die hier entstandenen Wiederholungsmuster  sind durchgängig geprägt von monotonen, wenig aussagekräftigen und nicht minder unbewiesenen Pauschalsätzen   z. B. >der Islam ist eine friedliche Religion<, er ist >kein Monolith< - und versperren mit massiven Kritikverboten einen emanzipierten Zugang zu diesem Faktor." (16)

Intelligenz
bevorzugt gegenüber „stereotypen Feindbildern und Zwangsmustern" mit „unpräzisen Begriffsschablonen" die „distanzierteren Methoden der Systemanalyse", die „den Vorzug besitzt, umfassendere und vor allem genauere Betrachtungsebenen und Bewertungsmaßstäbe für unsere Vergleichsobjekte bereitzustellen". (16)

„Das sind übergeordnete Beurteilungsebenen". (16)

Aufzusprengen ist mit Hilfe genauer arbeitender Denkmittel, mithin systemanalytischer Arbeitsweisen, eine gesamtgesellschaftliche Beschränkung, die durch eine vorherrschende Meinung entstanden ist. Durch sie hat sich eine „für die Gesellschaft verbindliche , weltbildartige Leitvorstellung verfestigt", die keine echten Begründungen vorweisen kann, denn sie ist „eine Mischung aus Pauschalurteilen, Denkgrenzen und Faktenmangel" und kann „keine konsensfähige Zukunftsperspektive" anbieten. (16)

„Eine begrenzte, uniformierte Urteilsreichweite" kann die Relevanz einer Sache nicht erfassen. Gemeint ist hier die Bedeutung unkontrollierter, islamischer  Zuwanderung. (19) Verursacht wird solch ein Erkenntnisdefizit durch die „interkulturelle Meinungsherrschaft".

Die Alternative zu den Wahrnehmungseinschränkungen und deren verheerender Folgen ist eine „faktenbedingte Widerspiegelung von Realitäten, wie sie sich aus einer historischen und/oder logischen Bedingungskette entwickelt haben".(20)

Der Autor betont, daß er dem Leser „weder die persönliche Meinung des Verfassers, noch die herrschende Meinung einer zeitgerecht opportunen Interessenrichtung" vermitteln will.(20)

Wir haben es hier also um eine bedeutsame Rückkehr zur Objektivität gegen einen überschäumenden Subjektivismus zu tun, dessen zersplitterten Meinungsrinnsale  am Ende  von den Multi-Kulti-Funktionären  geschickt in das große Meer des Allmenschenmischasch gelenkt wird.

„Fortschrittsliberale Denkverflachung" (21)

„Ideologisch vereinheitliche Denkstarre". (21)

Bei der Zusammenfassung des dritten Teiles  benutzt Raddatz  als eine, die Dummheit beschreibende Formel: „Fundamentaler Bewußtseinsschwund" (21/22) . Der entsteht dadurch, daß  das Denken systematisch auf bestimmte Zeiten beschränkt wird. Das nennt er „Zeitverengung".  Z. B. verengt sich heute die Geschichte Deutschlands auf die Jahre von 1933 - 45. Das wagt er gar nicht zu sagen, aber er meint das. Da gibt es dann durchaus gutes Einzelwissen als Fachwissen, aber je mehr diese Tendenz überwiegt, um so geringer wird die Fähigkeit, in „übergreifenden Zusammenhängen" zu denken. (22)

Einseitige Beurteilung, z. B. der türkischen Bewegung Milli Görüsh durch die bei uns staatlich und medienmäßig bevorzugten Euro-Islamisten (Steinbach, Tibi, Pater W. Wanzura ,Orientalist  und Priester A. Khoury S. 405). Sie entsteht durch „kognitive Wahrnehmungsunfähigkeit", die bedingt ist durch „liberale Sprachregelung", deren „Gut/Böse-Raster" Fakten  gar nicht erst wahrnimmt, weil  die „Überflüssigen" „auf Dauer ohnehin auszusondern sind". (S. 404/405) Das Islambild muß z. B. immer positiv sein: „gigantische Brille der positiven Islamsicht". Ist es negativ, dann ist es durch „Ängste der Bevölkerung" verursacht. Man wechselt hier von der Sachebene auf die psychlogische Ebene, genau so, wie man vorher auf die Ebene der politisch- Auszugrenzenden wechselte, das aber, und darin liegt die prinzipielle Unredlichkeit der Denkarbeit, wohlgemerkt schon auf der Ebene des Erkennens.  Diese Feststellung begründet dann die Erhöhung der einseitigen Propaganda, die zur Entmündigung und Diskriminierung der Angesprochenen führen muß. (S. 405)
Das ist ein Muster, das auch anderenorts angewandt wird, z. B. zur Zeit  gegenüber der Ablehnung des Holocaust-Mahnmals in Berlin, gegenüber den „Ängsten" der Grenzgebietbewohner zu Polen, die sich fürchten vor Überflutung durch billige Arbeitskräfte nach Öffnung der Grenze durch die EU. Das Muster schließt gleichberechtigtes Argumentieren von vornherein aus, ist mithin totalitär und fördert Dummheit [zurück]

Ulrich Woronowicz

  S. 32
  S. 32 Freuen Sie sich mit mir an den beiden gelungenen Begriffen „ geschichtliche Weisheit Gottes" und „innere Ordnung des Menschen".
  S. 64f , Muhammad , gesprochen wohl Mohammad, mit Betonung auf ..ha.. ist die fachlich und sprachlich korrekte Bezeichnung für den Propheten, den wir Mohamed zu nennen pflegen.
  S. 65
  S. 73
  S. 188
  S. 197 f
  Helmut Thielicke Theologsidche Ethik II/1 Nr. 1321ff S. 371
  S. 88
  S. 161
  S. 494
  „Christologie im Kontext einer >Theologie der Religionen<", Hauptaufsatz in „Materialdienst des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim 5/ 98 , S. 83 f
  Apg. 4,12
 
 

 

zurück | Mail
Startseite | Ahmadiyya | Bundesverband der Bürgerbewegungen

Haftungsausschluss/Disclaimer


 

STARTSEITE
START - Ahmadiyya

ISLAMISTISCHE POLITRELIGION
- politisches Ziel
- Missionierung an Schulen
- Kopftuch-Dschihad

10 Fragen an Juristen

prima Ahmadiyya-Klima?

Leserbrief Pfarrer Happich

+ wie man sich wehrt +

Islam-LINKS
Lektüre-Tips

Was ist? :
100-Moscheen-Plan
Taqiya
"Dialog"
"Beim ersten Aufstieg des Islams war der Untergang der christlichen Völker nicht endgültig, aber sein Wiederaufstieg in unserer Zeit wird die vollständige Verdrängung der Lehrsätze des heutigen Christentums herbeiführen" (Anmerkung 153, S. 644 des Ahmadiyya-Koran) Buch über Ahmadiyya

Lessings "Nathan" als Toleranz-Ikone

Bücher

Udo Ulfkotte: Der Krieg in unseren Städten. Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern (Eichborn, Frankfurt/M., 19,90 Euro).

bestellen |WELT 30.4.03 | Leseprobe | Rezension

Kommt der Islam? Die Fundamentalisten vor den Toren Europas (Rolf Stolz) - allgemeinverständliche Einführung über das Bedrohungspotential des Islam für unsere offene Gesellschaft. Kernpunkt: Unvereinbarkeit des Islam mit Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit, den Grundwerten unserer demokratischen Gesellschaft.

Exzerpt | bestellen | über Integration/Assimilation | Raddatz-Rezension

Ahmadiyya-Bewegung des Islam (Hiltrud Schröter) - die Studie weist anhand der Ahmadiyya-Schriften nach, dass es sich um eine totalitäre "brain-washing"-Sekte handelt, die weltweit Hass gegen Christen und Juden verbreitet, demokratische Prinzipien ablehnt und ein Menschenbild vertritt, das den Einzelnen zum unmündigen Wesen erklärt. Die Form des Djihad, den die A. betreibt, bezeichnet Schröter als "Djihad des Geldes". Mit der bisher unerklärten Finanzkraft der Sekte steht auch ihr 100-Moscheen-Plan für Deutschland in Beziehung.

Zusammenfassung | bestellen

Von Allah zum Terror? Der Djihad und die Deformierung des Westens - das neue Buch von Hans-Peter Raddatz: Die Zivilisation des Westens unterliegt einem unaufhaltsamen Denk- und Bildungsverfall und entwickelt zugleich einen ins Totalitäre weisenden Trend zu Konsum, Spaß, Kontrolle und – Terror, wobei der Islam dem Geschehen in Europa den „interkulturellen" Treibsatz gibt.
bestellen

Die Wut und der Stolz (Oriana Fallaci) - Aufruf zum Widerstand des Westens gegen den Dschihad als islamische Massenbewegung. "Das wichtigste politische Buch dieses Jahres ... Gründungsdokument eines europäischen Liberalismus, der diesen ehrenvollen Namen wieder verdienen könnte" (weiter in der Rezension).
bestellen

Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam. Vom Dschihad zum Schutzvertrag (Bat Ye'or) - eindrückliche Schilderung, die deutlich macht, dass die Behauptung vom toleranten Islam Dialogisten-Geschwätz ist.
bestellen

Von Gott zu Allah? Christentum und Islam in der liberalen Fortschrittsgesellschaft (H.-P. Raddatz) - in enzyklopädischer Breite werden Christentum und Islam von den Wurzeln bis zur Gegenwart dargestellt sowie der christlich-islamische Dialog als "Geistschwund im Fortschritt". Das sehr anspruchsvolle Buch wendet sich nicht ans breite Publikum, ist aber ein Muß für jeden, der auf hohem Niveau über die Risiken einer unreflektierten Öffnung zum Islam nachdenken und diskutieren will.

Rezensionen | bestellen

 

 

Situation von Christen in muslimischen Ländern

Stellung der Frau

 

 

Freiheit braucht Ordnung

Alarmruf

Unfreiheit beginnt mit Denkverboten

ohne Trinitätslehre kein Christentum

religiöser Totalitarismus läßt keinen Raum für Dialoge

Heiligkeitstotalitarismus knebelt Vernunft

christliches Mittelalter

viele Köche für Multikulti-Brei

starker Islam - schwacher Okzident

Fortschritt als Rückfall in Steinzeit

Ko-Index zum Buch