Wieviel Islam verträgt der Bergwinkel?
Gekürzte
Fassung des Vortrags in der Stadthalle Schlüchtern
am 14. Januar 2004
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Das 2. Vatikanische Konzil hat erklärt:
„Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Moslems, die den
alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, den
barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und
der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat." (Konzilsdokument "Nostra
Aetate" Nr. 3)
Damit sollte der Islam als monotheistische Religion anerkannt und "gegenseitiges
Verstehen" angemahnt werden.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß die Lebensbedingungen
der Christen in den islamischen Ländern sich daraufhin keineswegs
gebessert haben, während der Westen sich einer "uneingeschränkten
Toleranz" (Popper) befleißigt, die die eigenen Voraussetzungen
untergräbt und sich damit selbst schließlich aufgibt.
Wie ist also der Monotheismus des Islam zu verstehen?
Trifft es zu, was landläufig auf die Formel gebracht zu werden
pflegt: „Wir glauben alle an denselben Gott"? Warum aber ruft dann
der Muezzin in mehreren Wiederholungen: „Es gibt keinen Gott außer
Allah"? Wenn, wie gesagt wird, „Allah" ein eigentlich unübersetzbarer
Eigenname ist, der nur für christliche Ohren gelegentlich als „Gott"
bezeichnet wird, ist damit dann der Gott der Christen ausgeschlossen?
Oder könnten wir in islamischen Ländern ebenfalls laut verkünden:
„Es gibt keinen Gott außer dem Dreifaltigen, und Jesus ist der
ewige Sohn des ewigen Vaters"? Das würde uns vermutlich schlecht
bekommen.
Dabei gibt es doch nur einen Schöpfer, nur einen allbarmherzigen
und allmächtigen Gott (so auch Sure 29,47)! Dennoch: Einen einzigen
Gott anzuerkennen und anzubeten bedeutet noch nicht logisch zwingend,
denselben Gott zu meinen.
So hat im alten Ägypten Pharao Amenophis IV. in der
kurzen Amarna-Periode die Verehrung eines einzigen Gottes eingeführt:
den Sonnengott "Aton", nach dem er sich selbst dann Echnaton
und eine seiner Töchter Meritaton nannte. Aber es war die Sonne,
der er göttliche Ehren erwies und die für ihn die Spenderin
allen Lebens war. Auch wenn sein berühmter Sonnengesang uns gefallen
mag: hat er damit den wirklichen einen und einzigen Gott gemeint, den
wir Christen anbeten? Auch auf Echnaton trifft schließlich zu,
was geschrieben steht: „Töricht waren von Natur alle Menschen,
denen die Gotteserkenntnis fehlte. Sie hatten die Welt in ihrer Vollkommenheit
vor Augen, ohne den wahrhaft Seienden erkennen zu können." (Weish
13,1). Paulus dazu: "Seit der Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare
Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen,
seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar." (Röm
1,20)
Will also der Muezzin den christlichen Gott mit seinem Ruf ausschließen?
Dafür könnte sprechen, daß im Koran an mehreren Stellen
betont wird, Allah habe keinen Sohn (z.B. Sure 4,172; 5,73 f.; 6,102;
9,30; 10,69, 19,36; 72,4 ), und die das behaupten, seien Ungläubige
(z.B. Sure 5,18; 5,73) und seien als solche zu bestrafen: „schlagt ihnen
die Köpfe ab!" (Sure 8,13; 47,5). Dafür könnte auch sprechen,
daß der Koran an mehreren Stellen der Bibel widerspricht, während
Gott sich jedenfalls nicht widersprechen kann.
So wird das Geheimnis der göttlichen Dreipersonalität
bestritten und im übrigen auch falsch wiedergegeben, so als
ob wir Christen darunter Gott, Jesus und Maria verstünden (Sure
5,74 f.; 5,117). Zwar ist auch von heiligem Geist die Rede (Sure 2,87;
2,253; 5,110; 16,102), aber nicht als göttlicher Person. Der im
Johannesevangelium verheißene Paraklet (Parákletos) wird
seit L. Maracci (Ende 17. Jh.) entgegen allen Quellen als periklytós
(hochberühmt) gelesen und fälschlicherweise auf Mohammed gedeutet,
was schon wegen 1 Joh 2,1 auszuschließen ist. Außerdem wird
behauptet, Jesus sei nicht am Kreuz gestorben (Sure 4,158).
Die Muslime unterstellen, daß wir Christen ähnlich wie die
Juden als „Schriftbesitzer" die göttliche Offenbarung falsch verstanden
hätten, und daß der Koran als letzte und höchste Offenbarung
unsere Irrtümer korrigiert habe.
Da diese sogenannten "Irrtümer" aber zum Kernbestand unseres
Glaubens gehören, können wir den Koran nicht als göttliche
Offenbarung anerkennen, was den Muslimen bekannt ist.
Hat Mohammed also das ihm angeblich durch den Engel Gabriel verkündete
Wort Gottes, wenn es denn ein solches war, in diesen Punkten bloß
falsch verstanden, oder ist es nicht derselbe Gott, der dann eben keinen
Sohn hat? Es wird auch gesagt, Paulus hätte die christliche Offenbarung
bereits verfälscht. Warum eigentlich? Ist es wegen des Satzes im
Galaterbrief (1,8): „Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt,
als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir
selbst es wären oder ein Engel vom Himmel"? Oder ist es die Stelle
im 2. Korintherbrief (11,14): „… auch der Satan tarnt sich als Engel
des Lichts"? Das würde jedenfalls die Frontstellung gegen Paulus
erklären.
Daß wir Christen unseren Glauben für absolut wahr halten,
ist uns nicht vorzuwerfen, weil schließlich die Anhänger
jeder Religion die eigene für wahr halten müssen, wenn sie
vor ihrem Gewissen bestehen wollen. Dem Islam ist jedoch seine Religion
womöglich noch wahrer, weil er den Glauben der Christen kritisiert
und sich selbst als höchste und endgültige Religion ansieht,
die alle anderen abzulösen bestimmt ist. So stellt schon die scheinbar
einfache Frage nach dem einen und einzigen Gott ein Problem dar, dessen
Lösung alles andere als selbstverständlich ist. Für alle
Propheten aber gilt das Wort Jesu: „An ihren Früchten werdet ihr
sie erkennen." (Mt 7,16)
In Schlüchtern stellt sich näherhin die Frage nach der Ahmadiyya-Bewegung.
Der Gründer dieser Sekte, Mirza Ghulam Ahmad, geb. 1835, gest.
1908, betrachtete sich selbst als von Allah Erwählten, als geistige
Wiedergeburt Jesu und damit als Messias, als den erwarteten Mahdi (den
Imam der Endzeit), als Propheten im Gefolge Mohammeds, als das zweite
Erscheinen Buddhas, als eine Inkarnation Vishnus und die Wiederkunft
Krishnas (Schröter S. 8). Mit seiner Erklärung: „Ich bin gesandt
worden, um das Kreuz zu brechen, das Schwein zu vernichten" (Sieg des
Islams, Ffm. 1994, 22, zit. nach: Schröter 67) wollte er sich offenbar
als vom Himmel herabgestiegenen Jesus darstellen, dem in einem Text
des bekannten Koranexegeten Al-Baydawi (gest. 1286) genau dies zugeschrieben
wird (vgl. Hans-Peter Raddatz, Von Gott zu Allah? Christentum und Islam
in der liberalen Fortschrittsgesellschaft, München: Herbig 22001,
331). Mit ihm beginne der Untergang des Christentums und der Sieg des
wahren Islam weltweit über alle anderen Religionen, der in 300
Jahren vollendet sei (Schröter 80). Hundert Jahre davon sind allerdings
schon vorbei. Sein Urteil über das Christentum: "… nur
ein geistig blindes Volk kann an den Glaubenssätzen, den Dogmen
von der 'Dreifaltigkeit und der Vaterschaft Gottes’ festhalten, und
daran glauben" (Schröter 8). Die von ihm gegründete
Bewegung wurde um 1974 aus der islamischen Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen,
und wird in Pakistan zu den nicht-muslimischen Minderheiten gerechnet
(Schröter 10 f.).
Diese Gruppe will nun in Schlüchtern hoch auf dem Berge eine große
Moschee bauen mit Kuppel und Minaretten, die die umgebende Landschaft
beherrscht, obwohl es in Schlüchtern für die dort ansässigen
Muslime bereits eine ausreichende und sie zufriedenstellende Moschee
gibt. Bei der Beurteilung dieser Situation ist sowohl die Bindung an
den Koran als auch die Besonderheit der Zielsetzung dieser Bewegung
zu bedenken.
Die Bindung an den Koran bringt eine in Teilen strenge Ethik mit sich,
die allerdings die Voraussetzung eines jeden funktionierenden Gemeinwesens
darstellt. Vielleicht ist deshalb auch die Aufweichung der Moral in
sog. christlichen Ländern des Westens (z.B. Abtreibungspraxis)
der hauptsächliche Grund für ihr allmähliches Aussterben.
Sobald jedoch eine muslimische Mehrheit die Scharia als konsequente
Umsetzung des Koran einführt, wie jetzt z.B. in Ländern Nigerias
geschehen, werden fundamentale Menschenrechte außer Kraft gesetzt:
Kirchen werden zerstört, Christen sind ihres Lebens nicht
mehr sicher und werden zu "Flüchtlingen im eigenen Land" (FZ
31.1.04); Frauen haben mindere Rechte, müssen den Männern
gehorchen und dürfen gezüchtigt werden (Sure 4). Bis dahin
allerdings wird die erlaubte oder sogar pflichtmäßige "Takiya"
(Verstellung) geübt, nämlich den Islam in den schönsten
Farben in Wort und Schrift darzustellen, wie wir das bei uns bereits
zur Genüge kennen. Den Männern erlaubt der Koran bis zu vier
Frauen, während Mohammed selbst nach Sure 33 dieser Einschränkung
nicht unterworfen war. Der Dschihad (vor allem im Sinne eines
Krieges zur Verbreitung des Islam) ist gegenüber allen Ländern,
in denen nicht die Scharia herrscht (daru’l-harb), Dauerzustand, der
zehnjährige Pausen zuläßt. In diesem Krieg sein Leben
zu verlieren bedeutet für den Glaubenskämpfer den sofortigen
Eintritt ins Paradies, in dem ihm alle nur erdenklichen (allzu irdisch
geschilderten) Freuden zuteil werden sollen.
Die Ahmadiyya-Bewegung möchte wie alle überzeugten
Muslime weltweit die Herrschaft Allahs im Sinne der Scharia erreichen,
angeblich zwar nur mit friedlichen Mitteln, was im Resultat aber keinen
großen Unterschied ausmachen dürfte, zumal die Äußerungen
ihrer Vertreter nicht immer besonders friedlich klingen. Das angestrebte
Ziel formulierte der 4. Kalif der Ahmadiyya-Bewegung wie folgt:
"Beim ersten Aufstieg des Islam war der Untergang der christlichen
Völker nicht endgültig, aber sein Wiederaufstieg in unserer
Zeit wird die vollständige Verdrängung der Lehrsätze
des heutigen Christentums herbeiführen." (Schröter 2).
Im Oktoberheft
der Civiltà Cattolica beschreibt Giuseppe De Rosa S.J. ausführlich,
wie überall dort, wo der Islam sich bisher ausgebreitet hat, das
Christentum verkümmert oder verschwunden ist. Das ist an sich nichts
Neues, aber in dieser Zeitschrift, die dem Vatikan nahesteht, immerhin
bemerkenswert. Da bei durchschnittlich ca. 1,4 Kindern pro gebärfähiger
Frau die deutsche Bevölkerung unaufhaltsam und leider schon irreversibel
abnimmt, bildet sich ein Vakuum, das vom Kinderreichtum der Muslime,
der in der ersten Generation besonders ausgeprägt ist, leicht aufgefüllt
werden kann.
Wo ein großes islamisches Zentrum entsteht wie in Schlüchtern
geplant, besteht wegen des in Aussicht genommenen Zuzugs (z.B.
aus Pakistan) die Gefahr einer Desintegrationsdynamik mit sozialer
Entmischung und Koloniebildung (Sure 3,119: „Ihr Gläubige! Schließt
keine Freundschaft mit solchen, die nicht zu eurer Religion gehören."
5,52: „O ihr Gläubige, nehmt weder Juden noch Christen zu Freunden;").
Vom artikulierten Selbstverständnis der Bewegung aus gesehen ist
mit Propaganda gegen allgemeine Menschenrechte, gegen das Grundgesetz
und gegen den demokratischen Rechtsstaat zu rechnen, außerdem
mit einer intensiven Werbung für den Islam in Schulen und Medien,
hier in der Form der Ahmadiyya-Bewegung, die selbst davon ausgeht, daß
es nicht verboten sei, "antichristlich zu sein" (so in ihrer
Presseerklärung vom 12.11.2003). Daß ein Antichrist
kommen soll, wurde bereits im Neuen Testament von Johannes vorausgesagt
(z.B. 1 Joh 2,18), so daß auch dies nichts Neues ist.
Es ist legitim und auch christlich, sich gegen solche
Absichten zu schützen und auch zu wehren, wo und soweit es erforderlich
ist.
Die linke Wange hinhalten, wenn man auf die rechte geschlagen
wird (vom Rechtshänder verächtlich mit dem Handrücken!),
darf man, wenn es allein um die eigene Person geht (vgl. Mt 5,39).
Sobald man jedoch Verantwortung trägt für
andere, für die Familie, für die Gemeinde oder für den
Staat, muß man schützend eingreifen,
weil man nur sich selbst, aber nicht andere opfern darf.
Das gilt für staatliche, kommunale und kirchliche Autoritäten
und natürlich auch für parlamentarische Gremien genauso wie
für den einzelnen Familienvater. Wenn man den Anfängen nicht
wehrt, kann es zu spät sein.
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